Abstracts of papers - DVT 01:1
Journal and Web of Society for History of Sciences and Technology, Prague

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ABSTRACTS OF PAPERS    

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Dějiny věd a techniky, No. 1, Vol. XXXIV (2001)

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Jakub LIKOVSKÝ

DAS DARSTELLEN VON KRANKHEITEN UND VERLETZUNGEN AUF DEN TSCHECHISCHEN GEMÄLDEN DER SPÄTEN GOTIK UND RENESANZ

(Zobrazení nemocí a zranění v české malbě pozdní gotiky a renesance)

Die Grundmethode bei der Auswertung der Anwesenheit von Krankheiten und Verletzungen in der bildenden Kunst ist die aspektive Diagnostik. In der Malerei der späten Gotik und Renaissance entdeckt man oft verschiedene Zeichen der Stilisation von Gestalten und vor allem des Gesichtes, welches manchmal unabsichtlicht deformiert ist, wenn auch nur bei Darstellung aus verschiedenen Winkeln. In der medizinischen Literatur sind die Verweisungen auf die bildende Kunst selten - ein Beispiel ist der endemische Kropf auf den Bildern von der Madonna aus Hohenfurt und der Madonna aus dem Schatz des Prager Veitsdomes, aber auch auf anderen Bildern. Eine absichtliche Darstellung einer kranken Person auf den tschechischen Gemälden der späten Gotik und Renaissance findet man nur auf dem Bilde Der heiligen glückseligen Agnes Wärterin. Eine Verletzung, mit der sich die Maler selbstverständlich in gewöhnlichen Leben begegnen konnten, werden aber nicht glaubwürdig abgebildet. Ungewöhnlich ist die Veranschaulichung des Standes nach einer Verletzung in der Kindheit mit der folgenden Fingerdeformation auf dem Bilde Die Auferstehung auf der s. g. Tschaslauer Tafel. Das Bild bestätigt, das der Maler bei seinen Bildern lebendige reale Modelle benützt hat. Bei dem Bild Die Tafel mit den drei Aposteln kann man bei einer Person die Verdacht aussprechen, das es sich um die Krankheit Aussatz handelt. Eine Merkwürdigkeit zwischen den Bildern einer fremden Provenienz in den böhmischen Sammlungen ist Der Zwölfjährige Jesus im Tempel mit treuer Abbildung des Anzeichen von dem Alter und Krankheiten der abgebildeten Gelehrten, einschliesslich der Polydaktylie bei einem von ihnen.

Die Anwesenheit vom Zeichen der Krankheit bei den Gestalten auf den Bildern ist Beweis für die Erscheinung der Krankheiten und ihrer Äusserungen und trägt zu dem ganzen Gesundheitsstand der Population in der gegebenen Periode bei.


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Milada ŘÍHOVÁ

THREE YET UNKNOWN REGIMINA SANITATIS FOR THE LUXEMBURGS CHARLES IV AND SIGISMUND

(Tři neznámá regimina sanitatis pro Lucemburky Karla IV. a Zikmunda)

The changed political situation enables to exploit the study of manuscripts of Bohemistic provenance in foreign libraries to a much larger degree than it was possible before. When studying manuscripts of medieval medical writings, I came across three so far unknown regimina sanitatis written for Czech kings of the House of Luxemburg-i. e. two for Charles IV and one for Sigismund, at that time only the king of the Hungarian Lands. The probable author of the oldest one of the regimina was Iohannes de Gottingen. The regimen deals with the prevention of poisoning. The second regimen was written by Reinbotus Eberhardi de Castro, the court physician of Charles IV, in the year 1360. The last one of the discovered regimina, whose author was Iohannes dictus Bononiensis, rector of school in Kutná Hora, was intended for the Hungarian king, i. e.—in the first decades of the XV century—Sigismund of Luxemburg. There exists only a single manuscript of these three regimina, no further copies are known. These contributions to the Latin Bohemistic literature bring about a further insight both into the medieval medicine and life style at the Court.


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Bohdana BURŠÍKOVÁ

THE COLLECTION OF CONSILIA BY THE EMPEROR´S DOCTOR CHRISTOPHORO GUARINONI

(Sbírka konsilií císařského lékaře Christophora Guarinoniho)

Although the court of the emperor Rudolf II. is well known there were personages to whom historians have not paid attention. Among them there was also Christophoro Guarinoni, one of the best specialists in diagnosing of that time. Guarinoni ( 1602) worked as emperor's personal doctor at the court of Rudolf II. He was the author of Consilia medicinalia, very interesting work containing a collection of 622 written pieces of medical advices for his patients. These consilia could be very helpful to discover missing facts about their author's life and work. Some of them were written in Prague and intended for famous personages playing important roles in contemporary political and social life, e.g. for the ambassador of Spain, rector of Prague Jesuits etc.

One consilium was dedicated to Vilém z Rožmberka (1535—1592), the high official of Bohemian Kingdom; it offers interesting details about complaints shortly before his death as well as details about medical practice of that time. Guarinoni’s collection represents an important part of very rare consilian literature written in Bohemia.


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Jana SMÍŠKOVÁ

DIE STIFTUNGS­INSTRUKTIONEN UND ORDNUNGEN DER HERRSCHAFTLICHEN SPITÄLERN IM 18. JAHRHUNDERT IN BÖHMEN

(Zakládací instrukce a řády vrchnostenských špitálů v 18. století v Čechách)

In diesem Artikel habe ich nur die erhaltene Spitalordnungen der herrschaftlichen Spitäler in Böhmisch Kamnitz (herschaftliches Spital der Familie Kinsky, Ordnung aus dem Jahre 1741), Hainspach (1721), Schluckenau (1624 und 1752), Dux (1716 und 1722) und Kukus (1711) benutzt. Die zwei letzte Spitäler nehmen sich von der anderen aus, zu ihrer Ausstattung gehörte nämlich eine Apotheke. Die Existenz der Apotheken in Spitälern zeigt uns die langsame Durchsetzung der fachärztlichen Pflege in Spitälern, wo dann auch oft ein Chirurg oder Arzt anwesend war. Das Kukuser Hospital lag noch in der Verwaltung der Barmherzigen Brüder, wessen Aufgabe vorzüglich die Behandlung des Körpers und der Seele der Patienten war.

Die Stiftungs­Instruktionen und Ordnungen umfassten die Abschnitte über die Spitalverwaltung. Sie hat meistens dem Stifter und seinen Nachkommen gebührt und sie haben die direkte Verwaltung im Spital einem Spitalmeister anvertraut und die Aufsicht über sie hat das herrschaftliche Amt gemacht. Dazu gehörten auch die Bestimmungen über die Rechte und Pflichten des Spitalspersonals. Der Hauptteil der Ordnungen bildeten die Absätze, welche die Spitalinsassen betrafen. Diese definierten das Niveau ihrer Versorgung (Essen, Trinken und Kleidung) und die Bedingungen unter welchen sie im Spital aufgenommen wurden und spezifizierten auch ihre Pflichten und Aufführung.

Die Spitäler des 18. Jahrhunderts stellen ein untentbehrliches Glied in der Entwicklungsprozess des Gesundheitswesens dar. In damaligen Zeiten konnten die medizinische Pflege meistens nur die reichen Personen geniessen. Die Spitäler in Dux und Kukus zeigen uns aber ein Gegenbild, denn die ärztliche Pflege wurde dort auch den Armen im Spital und noch anderen Leuten aus der Umgebung vermittelt. Deshalb können beide als Vorgänger der ersten Krankenhäuser bezeichnet werden.


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Ludmila HLAVÁČKOVÁ

ALOIS KRAUS UND DIE ANFÄNGE DER DERMATOVENEROLOGIE AN DER PRAGER MEDIZINISCHEN FAKULTÄT

(Alois Kraus a počátky dermatovenerologie na pražské lékařské fakultě)

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erscheinen an der Prager medizinischen Fakultät neue Fächer, vor alle in der Form von fakultativen Vorträgen der Privatdozenten. 1840 hat Alois Kraus um die Genehmigung ersucht, Vorträge über spezielle Pathologie und Therapie der syphilitischen und impetigiösen Krankheiten mit klinischen Demonstrationen zu halten. Er hat die Vorträge in der für diese Krankheiten reservierten Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses angefangen, an deren Spitze er als Primararzt im Sommersemester 1842 stand. 1846 hat Krause die Zuerkennung des Titels außerordentlicher Professor beantragt, die Ernennen hat er nicht mehr erlebt. Seine Vorträge waren die 3. dieser Art in deutschsprachigen Gebieten Europas (nach Berlin und München), sogar etwas früher als an der Wiener Fakultät.


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Hana MÁŠOVÁ

HOSPITALS IN THE INDUSTRIAL CENTRES OF THE CZECHOSLOVAK REPUBLIC (1918-1939)

(Nemocnice v průmyslových centrech Československé republiky)

Four industrial areas of the pre­war Czechoslovakia have been chosen to demonstrate different attitudes of the local enterprises and the municipal authorities to the health care, and first and foremost, to the local hospitals in these areas. Ostrava, Zlín, Liberec and Plzeň were the cities with high concentration of workers engaged in factories and living in the city or nearby. In Ostrava there was not only the municipal hospital, but also the long­standing factory hospital of the Vítkovice Mining and Metallurgic Works with modern equipment and progressive methods, especially with out­patient ambulances. Such a modern factory hospital was also the recent forward­looking Bata’s Hospital in Zlín (a footwear industry). On the other hand Skoda Works in Plzen relied utterly on the municipal public hospital with an insufficient capacity. The textile Liebig Works in Liberec did the same. But in Liberec, the capital of the German minority in the northern Bohemia, there was the public hospital large enough to accommodate all who needed it. The Ministry of Public Health and Physical Training undertook direct administration of the hospitals in the most exigent cases, e. g. especially in the eastern parts of the new state, Slovakia and Subcarpathian Ruthenia. In the Ostrava region (the northern Moravia and Silesia), where the migration of the population was great and the density of proletarian inhabitants exuded the menace of contagious diseases, it was easier to accomplish the nationalisation of several local hospitals than in Plzen (the western Bohemia), where the hospital was traditionally administrated by local authorities alone though beyond their power it might be. It was also easier to promote some modern trends of the social medicine - for instance the extra­mural health service and the special care for women and children - in the industrial hospitals than in the public ones. Not only because the private company hospitals were more unfettered in the competition with professional organisations of practitioners than the public ones, but also because the modern time with its new health problems and challenges had reached these industrial areas earlier than the others.


© M. Barvík 2004