Abstracts of papers - DVT 99:3
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ABSTRACTS OF PAPERS    

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Dějiny věd a techniky, No. 3, Vol. XXXII (1999)

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Milada SEKYRKOVÁ

DIE STUDENTEN AUS BÖHMISCHEN LÄNDERN AM POLYTECHNISCHEN INSTITUT IN WIEN IN 1850—1875

(Studenti z českých zemí na vídeňské polytechnice v letech 1850—1875)

Im ersten Teil bringt der Beitrag kurzen Vergleich der polytechnischen Institute in Prag und Wien im Laufe des 19. Jahrhunderts vom Standpunkte der Organisation des Unterrichtes und der Anzahl der Studenten. Beide Schulen erreichten höchsten Flut der Studenten im Schuljahre 1847/48. Später Anzahl der Studenten ein wenig sank. In 1850 wurde das Polytechnikum in Brünn gegründet.

In 60. Jahren sind in Prag, Wien und Brünn wichtige Organisationsveränderungen verlaufen.

Neue Organisationsstatuten wurden an genannten Schulen angenommen und das Prager Institut wurde in Tschechische und Deutsche Polytechnikum geteilt.

Kern der Studie ruht in der Quellenforschung der Studentenkataloge aus 1850—1875 im Archiv der Wiener Technischen Universität. Man wurde festgesetzt, wieviel und welche Studenten, die sind in den böhmischen Ländern geboren, studierten damals an der Polytechnik in Wien.

Nach Studentenkatalogen kamen 2403 Studenten der Wiener Polytechnik im Zeitraum 1850—1875 aus den böhmischen Ländern, davon beweisbar 1293 aus Böhmen und 1077 aus Mähren und Schlesien.

Die Studenten haben an der ersten Seite des Kataloges ihre Namen, Alter, Geburtsort (Gemeinde + Land), (seit 1863) Religion, Vorbildung und Namen und Beruf des Vaters angeführt. Weiter werden die Angaben betreffend der eingeschriebenen Gegenstände und Prüfungen angegeben.

Studenten kamen aus allen Regionen Böhmens und Mährens, da waren keine wichtigere Unterschiede zwischen deutschen und tschechischen oder landwirtschaftlichen und industriellen Gebieten.

Nach Vorbildung kamen die Studenten an die Polytechnik meistens von Realschulen.

Es ist ganz schwierig Vermögensverhältnisse der Studenten festzusetzen, weil die angeführten Kategorien (z.B. "Wirth", Ökonom", "Beamter" oder "Fabrikant") sind zu umfassend und uneindeutig.

Die Religion wurde seit 1863 angeführt, seitdem waren mehr als 85,7 % der Studenten Katholiken und 12,5 % Juden und nur 1,3 Protestanten.

Rudolf Skuherský (1828—1863), Josef Zítek (1832—1909) und Rudolf Helmhacker (1841—1915) waren die bekannsten Schüler aus den böhmischen Ländern an Wiener Polytechnik in 1850—1875.


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Vladimír KARPENKO

SEVERAL LOOKS AT THE ALCHEMICAL TRANSMUTATION

(Několik pohledů na alchymistickou transmutaci kovů)

Alchemical transmutation is commonly understood as chemical and/or metallurgical change of common metals into precious ones; in esoteric approach this improvement concerns spiritual level of the alchemist himself. In this paper transmutation of metals is discussed, first divided into various chemical and metallurgical techniques on the one side and tricky manipulations on the other. The question arises how belief in transmutation could survive dramatic development of chemical and metallurgical knowledge during 16th and 17th centuries. One of the possible answers lies in transmutation between common metals description of which appears only rarely in original alchemical literature. This problem is analyzed in the second part of this paper and these processes are divided into two groups. Metallurgical processes include cementation, covering of common metals with suitable amalgam, "whitening" of copper by arsenic, etc. The second group are chemical processes, particularly electrochemical deposition of metals, like copper from the solution of cupric ions on the surface of iron. As the further example the deposition of tin as "arbor Jovis" is discussed as it appears in Pseudogeber’s work. The key recipe found by the author in a Czech alchemical manuscript from the 16th century is titled "Mutacio Saturnum in Venerem". Supported by views of Alexander von Suchten it allows to conclude that seemingly successful transmutation between common metals was one of arguments in favor of the possibility of a similar process leading to precious metals.


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Radek CHLUP

THEORY OF PLANETARY MOVEMENTS AS INTERPRETED BY THE NEOPLATONIC PROCLUS

(Teorie planetárních pohybů v interpretaci novoplatonika Prokla)

The article discussing the theory of philosopher Proclus (412--485) consists of an introductory essay, followed by a Czech translation of a part of Proclus' Republic Commentary (II 227.23-235.3, ed. Kroll). Proclus rejected all the elaborate theories offered by Greek astronomers (Ptolemy's epicycles, Hipparchus' eccentric spheres, etc.) in favour of a simple and, as it seems, authentically Platonic model in which the planets move in a seemingly irregular way due to the volition of their own rational souls. For Proclus, the crucial question is why the planets want to move the way they do. To answer this, he has to set them within a complex hierarchy of reality. In the visible universe, one can see two extremes: down below, there is the sublunary level, which is wholly changeable and irregular; high above, we have the level of the fixed stars, which is entirely permanent and regular. According to the Neoplatonic "law of continuity", such extremes could never exist directly next to each other; there has to be a connecting middle term which would partly share the characteristics of both, binding them together. This is the level of the planets which are like the earthly realm in that they move irregularly, but at the same time they are also similar to the fixed stars, because - as Proclus is firmly convinced - the planets are not entirely errant, all their irregularities being predictable and following an orderly pattern. The hypotheses of the astronomers are useful precisely because they help us predict these patterns. However, they cannot explain planetary movements, because from the Platonist point of view, true explanations have to be teleological (cf. Plato’s Phaedo 97b--99c).


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Eva PROCHÁZKOVÁ

ELEKTRISCHE UND MAGNETISCHE MESSMETHODEN IN DER HÄLFTE DES 19. JAHRHUNDERTS

(Elektrické a magnetické měřicí metody v polovině 19. století)

Eine wichtige gemessene Größe in der Hälfte des 19. Jahrhunderts war der elektrische Strom. Ein von den älteren Geräten war der Voltameter, welcher die elektrochemische Wirkung des Stromes ausnutzte. Aus den elektromagnetischen Geräten muss man die elektromagnetische Waage nennen. Öfter verwendete man aber die Tangentenbussole und die Sinusbussole. Für die Messung von kleinen Ströme wurden Galvanometer benutzt, in welchen die Wirkung des Stromes auf das Mess-System (auf die Magnetnagel) durch die Vergrößung der Windungszahl und durch Benutzung des astatischen Systems von zwei Magnetnadeln verstärkt wurde. Solches Gerät nannte man dann der Multiplicator. Der elektrische Strom wurde durch die Ablenkung der Magnetnadel oder durch Veränderungen ihrer Schwingungen bestimmt. Die Genauigkeit von Messungen kleiner Ablenkungen wurde beim Spiegelgalvanometer erreicht. Bei manchen von diesen Geräten wurde der Stahlspiegel magnetisiert und ersetzte so die Magnetnadel.

Bei sogenannten elektrodynamischen Geräten wurde die Ablenkung oder Schwingungen einer von dem Strom durchflossenen Spule in dem Magnetfeld der Erde oder einer anderen festen Spule beobachtet. Die sich drehende Spule wurde am meisten bifilar (auf zwei Fäden) gehängt, so dass bei der Drehung der Spule ihr Schwerpunkt sich erhöhte und so die Schwerkraft in die Betrachtungen über den Drehmoment kam.

Als Quellen des Gleichstromes wurden verschiedene galvanische Batterien benutzt. Sie teilten sich auf konstante und nicht-konstante. Manchmal wurden als Quellen des Stromes auch thermo-elektrische Elemente oder thermo-elektrische Batterien benutzt; diese arbeiteten auf dem Prinzip des thermo-elektrischen Stromes, der fast konstant war.

Eine wichtige gemessene Größe war der elektrische Leitungswiderstand. Sehr oft wurde der relative spezifische Leitungswiderstand gemessen, in Vergleichung mit demselben von Silber oder Kupfer. Auch der elektrische Widerstand wurde oft durch Vergleichung mit einem anderen bestimmt. Dabei wurden Rheostaten verschiedener Konstruktion verwendet. Bei den Rechnungen wurde das Ohm'sche Gesetz ausgenutzt. Für die Messungen des Widerstandes wurde sogenanntes Differential-Galvanometer mit zwei Windungen konstruiert. Eine Methode, welche sich auch für kleine Widerstände geeignete, war die Wheatstone'sche Brücke mit einem Galvanometer.

Aus den magnetischen Größen wurden oft die magnetischen Momente der magnetisierten Metalle gemessen. Eine Methode (das Magnetometer) beruhte in der Messung von Schwingungen der Metallstäbe in dem irdischen Magnetfeld, andere benutzten die Schwingungen oder Ablenkungen einer Magnetnadel oder eines Magnetspiegels in der Nähe des magnetisierten Metalls. Die Anordnung der letzten Experimente ist unter der Bezeichnung I. und II. Gauss'sche Lage bekannt. Auch Coulomb'sche Drehwaage wurde bei magnetischen Messungen benutzt. Bei einer anderen Methode beobachtete man induzierte elektrische Ströme, die beim Schieben eines magnetisierten Metalls durch eine Spule in dieser entstanden; sie waren ein Maß der Magnetisation. Eine grobe Methode war die Bestimmung der Tragkraft der Magnete.

Bei den schwach magnetischen Stoffen (dia- und paramagnetischen) wurden oft die Kräfte gemessen, mit welchen sie von oder zu den Magnetpolen geziehen wurden; diese wurden mit der gleicharmigen oder Drehwaage gemessen. Bei anderen Methoden wurden aus diesen Stoffen Magnetnadeln gefertigt und diese beim Messen benutzt.

Die Genauigkeit der Messungen erreichte nicht die heutigen Werte, aber war gut genug für Erkennen der Grundeigenschaften der Metalle, so dass wir die Hälfte des 19. Jahrhunderts als den Anfang der Metallphysik betrachten können.


© M. Barvík 2004